Sicherheit bei verfahrbaren Regalen: Vorschriften, DGUV-Regeln und jährliche Regalprüfung

Verfahrbare Regale (Schiebe- oder Verschieberegale) schaffen maximale Kapazität auf minimaler Grundfläche. Da sich bei diesen Systemen jedoch tonnenschwere Regalzeilen auf Schienen bewegen, stellen Berufsgenossenschaften und Gesetzgeber hohe Anforderungen an die Betreibersicherheit.

Wer verfahrbare Regalanlagen im Betrieb oder Archiv nutzt, muss entsprechende Schutzmaßnahmen umsetzen, um Mitarbeiter zu schützen und Regalschäden zu vermeiden.

Gesetzliche Grundlagen: Warum Sicherheit Betreibersache ist

Für den sicheren Betrieb von Regalanlagen gelten in Deutschland klare gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Rahmenbedingungen:

Wichtig: Der Betreiber ist rechtlich dafür verantwortlich, dass die Regalanlage regelmäßig geprüft, sachgemäß bedient und bei Mängeln unverzüglich gesichert wird.

Welche Sicherheitseinrichtungen sind Pflicht?

Je nachdem, ob es sich um ein manuell angetriebenes Archivregal (Handkurbel) oder ein elektrisch verfahrbares Schwerlastregal handelt, greifen unterschiedliche Schutzmechanismen:

Quetsch- und Schergefahren verhindern

Die größte Gefahrenquelle bei verfahrbaren Regalen ist das Einklemmen von Personen oder Gegenständen im sich schließenden Bediengang.

Schutz vor herabfallendem Lagergut

Durch die Fahrbewegung wirken Beschleunigungs- und Bremskräfte auf die gelagerten Waren.

Die jährliche Regalprüfung nach DIN EN 15635 / DGUV

Regalanlagen unterliegen durch den täglichen Betrieb (z. B. Beladung, Anfahren mit Flurförderzeugen, Verschleiß der Laufrollen) einem natürlichen Verschleiß. Daher schreibt der Gesetzgeber eine systematische Überprüfung vor.

Wer darf prüfen?

Die Inspektion muss von einer befähigten Person (zertifizierter Regalprüfer) durchgeführt werden. Diese besitzt die nötige Fachkunde, um Schäden und Abweichungen von den Sicherheitsnormen zu erkennen.

Prüfintervalle

Einstufung von Beschädigungen (Gefahrenklassen)

Werden bei der Prüfung Beschädigungen an Stützen, Fachböden, Schienen oder Antrieben festgestellt, erfolgt die Einstufung nach dem Ampelsystem:

Schadensklasse

Bewertung

Erforderliche Maßnahmen

Grüne Gefahr

Geringe Abweichung / Beschädigung

Dokumentation; Überwachung bei der nächsten Inspektion.

Gelbe Gefahr

Mäßige Beschädigung

Reparatur erforderlich; Feld muss nach Entlastung umgehend instandgesetzt werden.

Rote Gefahr

Schwere Beschädigung / Einsturzgefahr

Sofortige Sperrung des Regalfelds; umgehende Entlastung des Bereichs.

Kennzeichnung und Unterweisung der Mitarbeiter

Ein sicherer Betrieb beruht nicht nur auf der Technik, sondern auch auf dem richtigen Verhalten des Personals:

Fazit & Empfehlung für Betreiber

Die Sicherheit bei verfahrbaren Regalen schützt nicht nur Ihre Mitarbeiter vor schweren Unfällen, sondern bewahrt Sie auch vor Ausfallzeiten und teuren Folgeschäden. Durch die Kombination aus hochwertiger Sicherheitstechnik, regelmäßigen Eigenkontrollen und der jährlichen Experteninspektion bleiben Ihre Rollregale dauerhaft betriebssicher und rechtskonform.

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